Generationenübergreifende Führung

Generationenübergreifende Führung

 

So führst du multigenerationale Teams

Generationenwissen kann Führungskräften helfen, unterschiedliche Sichtweisen und Verhalten besser zu verstehen. Für gute generationenübergreifende Führung reicht es jedoch nicht, die verschiedenen Generationen und ihre vermeintlichen Besonderheiten zu kennen. Denn schnell entstehen daraus Zuschreibungen wie "die Jungen sind nicht  mehr leistungsbereit" oder "die Älteren wollen keine Veränderung". 

Entscheidend ist, genauer hinzuschauen:

  • Was steckt hinter unterschiedlichen Verhaltensweisen?  
  • Welche Erwartungen haben Mitarbeitende an Führung und Zusammenarbeit?
  • Und was erwartet die Führungskraft von ihnen?

Dieser Perspektivwechsel verändert den Blick. Statt in vermeintlich unvereinbaren Positionen zu denken, werden die Bedürfnisse und Interessen dahinter sichtbar. Aus einem "entweder-oder" kann ein "sowohl-als-auch" werden. Es entstehen neue Lösungen, die unterschiedliche Bedürfnisse miteinander verbinden.

wenn generationen aufeinander treffen

In Teams treffen heute unterschiedliche berufliche Erfahrungen und Lebenswelten aufeinander. Wer beispielsweise in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ins Berufsleben gestartet ist, hat wahrscheinlich ein anderes Verhältnis zu Arbeitsplatzsicherheit als jemand, der einen Arbeitsmarkt mit Fachkräftemangel erlebt. 

Im Führungsalltag können solche Unterschiede zu Irritationen führen:

Warum übernimmt er nicht einfach Verantwortung, wenn er sieht, dass etwas getan werden muss?

Warum muss ich ständig erklären, warum eine Aufgabe wichtig ist?

Warum ist es für sie so wichtig, dass ich im Büro vor Ort arbeite?

Solche Gedanken sind nachvollziehbar. Problematisch wird es, wenn daraus feste Zuschreibungen entstehen: "die Jungen sind...", "die Älteren wollen nicht....". 

Generationenwissen kann helfen, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen, es darf aber nicht zur Schublade werden. Nicht jeder junge Mitarbeitende legt größten Wert auf Work-Life-Balance, nicht jede erfahrene Mitarbeiterin tut sich mit Veränderungen schwer. Und nicht jeder Unterschied im Team ist ein Generationenthema. 

entscheidend ist, neugierig auf Unterschiede zu bleiben, statt sie vorschnell zu bewerten

Erwartungen aussprechen, statt sie vorauszusetzen

Ein zentraler Ansatz in meinen Trainings ist deshalb der Austausch gegenseitiger Erwartungen. Denn Spannungen entstehen häufig nicht dadurch, dass Menschen grundsätzlich unvereinbare Vorstellungen haben. Sie entstehen, weil Erwartungen unausgesprochen bleiben. Eine Führungskraft denkt vielleicht "ich erwarte, dass jemand selbst erkennt, was zu tun ist". Der Mitarbeitende denkt dagegen "ich möchte wissen, was genau von mir erwartet wird und woran gute Leistung gemessen wird." 
Schnell wird daraus eine Bewertung "unselbstständig" auf der einen Seite, "unklare Führung" auf der anderen. Erst wenn beide ihre Erwartungen aussprechen, wird sichtbar, worum es tatsächlich geht:

Was brauchst Du von mir, damit Du gut arbeiten kannst?

Was brauche ich von Dir, damit ich mich auf Dich verlassen kann?

Was verstehen wir jeweils unter Verantwortung, Verbindlichkeit oder guter Zusammenarbeit?

Solche Gespräche schaffen Klarheit und Verständnis und sind oft der erste Schritt zu einer Lösung, die für beide Seiten funktioniert.

unterschiede als Stärke nutzen

Generationenübergreifende Führung bedeutet nicht, alle Unterschiede aufzulösen oder jede Erwartung zu erfüllen. Führungskräfte geben weiterhin Orientierung, setzen Rahmenbedingungen und treffen Entscheidungen. Gleichzeitig schaffen sie Raum für unterschiedliche Perspektiven und machen Erwartungen besprechbar.

Du möchtest Deine Führungskräfte dabei unterstützen, Stereotype zu hinterfragen, gegenseitige Erwartungen im Team zu klären und die Zusammenarbeit zwischen den Generationen zu stärken?

Gerne schauen wir gemeinsam auf die Situation in Deinem Unternehmen und darauf, welche Impulse oder Entwicklungsformate Deine Führungskräfte dabei wirkungsvoll unterstützen können.